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Startseite > Rohrzucker

'''Rohrzucker''' ist die Warenbezeichnung für Haushaltszucker ( lautet C12H22O11.

Herkunft

Zuckerrohr

 (''Saccharum officinarum'' L.; fr�her ''Arundo sacchararia'' L.), ein  mit 4 bis 6�cm dicken St�ngeln aus der Familie der '''', enth�lt einen s��en Saft, der zur Zuckerproduktion ausgepresst wird. Anbaul�nder sind u. a. , , , , ,  und die .

Der Ursprung des Zuckerrohrs liegt in . Seit dem 5. Jahrhundert wird es in landwirtschaftlich genutzt. Die brachten den Zucker nach Europa. Hauptumschlagsplatz war . Der Zucker galt damals als Luxusartikel, so dass der größte Teil der Bevölkerung die Speisen weiterhin ? wenn überhaupt ? mit oder zu eingekochtem süßte.

In und Süd wurde das Zuckerrohr zunächst von den n angebaut. Nach der verlagerten die Spanier den Anbau auf die , von wo er in die und damit auch nach gelangte.

Die brachten die Pflanze nach Südamerika und bauten bereits im 16. Jahrhundert weite Flächen in Brasilien an. Der Zuckeranbau in Brasilien und in der Karibik leitete den ?Zuckerzyklus? der Kolonisationsgeschichte ein. Über nahezu 200 Jahre waren Anbau, Transport und Handel nach Europa die wirtschaftliche Grundlage der Kolonien und des Reichtums der Könige in Lissabon und Madrid, bis die ersten Goldfunde in Brasilien gegen Ende des 17. Jahrhunderts einen neuen Wirtschaftszyklus einleiteten.

Der Übergang zum Rübenzucker

1747 entdeckte der Apotheker '', 18. Dezember 2015.</ref>

Rohrzucker könnte heute wegen der niedrigen Löhne in den Anbauländern und des größeren Ertrages wieder weitaus preisgünstiger sein als Rübenzucker. Dem entgegen stehen allerdings in der einerseits hohe Zölle, die den Rohrzucker verteuern, andererseits Subventionen, die den einheimischen Rübenzucker verbilligen. Die lief jedoch zum 30. September 2017 aus.

Verarbeitung

Kräuterbonbons

Solange der Zucker ein Luxusartikel war, wurde er von n mit Heil- und mitteln (, ) vermengt und zu Kräuters (''Confectiones'') verarbeitet. Dazu wurde der Zucker erhitzt, so dass er und zähflüssig wurde. Durch Zugabe von mehl wurde verhindert, dass der Zucker beim Erkalten auskristallisierte und die Bonbons trüb wurden. Die mit den Zusatzstoffen versetzte Masse wurde auf Steinplatten ausgegossen und in kleine Stücke zerschnitten.

Zuckerherstellung

Zuckersorten

Neben dem weißen Raffinade-Zucker gibt es Roh-Rohrzucker und , der auch als getrockneter Zuckerrohrsaft bezeichnet wird. Roh-Rohrzucker ist teilweise raffiniert und enthält 0,3 bis 1 % . Vollrohrzucker ist unraffiniert und enthält alle im Zuckerrohr enthaltenen Mineralien, insbesondere , , und sowie B-. Der braune Zucker weist gegenüber dem Weißzucker keine wesentlichen Vorteile auf. Das Vorkommen verunreinigender Fremdstoffe wird kritisch diskutiert.<ref name="ternes"></ref> Charakteristisch für diesen Zucker ist der intensive Eigengeschmack nach Melasse.
Eine dunklere Version des Roh-Rohrzuckers mit großen Kristallen und ca. 2 bis 3 % Melassegehalt nennt man ''Golden Brown'' oder ''''.

Der Begriff ?Rohrzucker? wird oft auch fälschlicherweise als Bezeichnung für braunen Zucker verwendet, obwohl es auch braunen Zucker gibt, der aus Rüben gewonnen wird. Dieser ist jedoch ein raffinierter Zucker, der aus braunem Kandissirup hergestellt wird, daher ist auch die Bezeichnung ?Kandisfarin? gebräuchlich. Im ist der generische Begriff für jeden unraffinierten (braunen) Zucker ''cassonade''.

Ökobilanz

Dass Rübenzucker die Umwelt um etwa 37 % weniger belastet als aus Paraguay, ist ? neben dem Import aus Übersee ? auf diverse Aspekte im landwirtschaftlichen Anbau und in der Zuckerfabrikation zurückzuführen. In Süddeutschland und in der Schweiz sind die Felderträge im Rübenanbau mit 58 t/ha geringfügig höher als die Felderträge im Zuckerrohranbau in Paraguay mit 55,5 t/ha und gleichzeitig weisen die Schweizer Fabriken mit 1 t Zucker aus 6,6 t Rüben eine viel höhere Zuckerausbeute auf als die Zuckerfabriken in Paraguay mit 1 t Zucker aus 11,4 t Zuckerrohr. Entsprechend muss im Vergleich zu Paraguay etwa 45 % weniger Anbaufläche landwirtschaftlich bewirtschaftet werden, um die für 1 t Zucker erforderliche Rüben- beziehungsweise Zuckerrohrmenge zu produzieren. Aufgrund des hohen Anteils des Anbaus am des Bio-Zuckers beeinflusst dies die Resultate sehr stark zugunsten des Rübenzuckers.

Literatur

  • Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, : ''Biochemie.'' 6 Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2007. ISBN 978-3-8274-1800-5.
  • Donald Voet, Judith G. Voet: ''Biochemistry.'' 3. Auflage, John Wiley & Sons, New York 2004. ISBN 0-471-19350-X.
  • , Alexander Johnson, Peter Walter, Julian Lewis, Martin Raff, Keith Roberts: ''Molecular Biology of the Cell'', 5. Auflage, Taylor & Francis 2007, ISBN 978-0815341062.

Weblinks

Anmerkungen